Das Gestern im Heute Weitergabe traumatischer Erfahrungen an nachfolgende Generationen

03. November 2019

Ein Workshop mit Valeska Riedel.

Das Kriegsgeschehen, Flucht und Vertreibung in Deutschland gehören zu den schmerzlichen Erfahrungen von Eltern, die damals meist noch Kinder waren und deren Eltern und Großeltern. Der Verlust von Heimat und Identität, Hunger und Wiederaufbau im Nachkriegsdeutschland bis hin zum Mauerfall, lösten starke Emotionen aus, die im Überleben der Bevölkerung im Osten und im Westen Deutschlands und dem darauf folgenden Wiederaufbau selten wirklich Raum einnehmen konnten. Die Vergangenheit war vorbei und der Blick musste nach vorne gerichtet werden. Zu schrecklich war das Gestern. Angst, Trauer, Schuld und Scham lebten weiter und verschafften sich oft unerkannt Raum in den Familien und Beziehungsmustern der deutschen Bevölkerung, die geteilt in Ost und West dafür arbeiteten, äußere, gesellschaftliche Sicherheit herzustellen. Die Wahrnehmung des emotionalen Erbes der nachfolgenden Generationen und wie das Gestern im Heute noch wirkt, ist mittlerweile ein wichtiges Thema der Gegenwart geworden. Studien zur epigenetischen Wirkung traumatischer Erfahrungen auf menschliche Gene verdeutlichen dies und werfen gleichzeitig Fragen auf. Welche Faktoren begünstigen eine Weitergabe oder welche Faktoren wirken schützend? Was genau heißt das für uns persönlich oder für unser Arbeiten in Beratung und Therapie?

Sich der sehr persönlichen Folgen aus historischen Ereignissen bewusst zu werden und dadurch überraschende Antworten für das Leben in der Gegenwart zu erhalten, ist ein lohnenswerter, oft befreiender Prozess. Schmerzliches Erbe kann sich in Stärke verwandeln, wenn wir uns und unsere Familiengeschichte besser verstehen lernen.

Der Fachtag verbindet Erkenntnis mit Erfahrung. Innerpsychische Prozesse, starke Eindrücke erhalten durch äußere Handlungen, Symbolik und Metaphern einen ressourcenstärkenden Ausdruck. Starke Gefühle wie Trauer, Wut, Schuld und Scham bekommen einen Platz im Heute. Den Blick auf Kompetenzen und Überlebensstrategien zu richten, bedeutet weder zu leugnen noch daran zu verzweifeln. Es bedeutet vielmehr, die Schätze zu bergen um emotional frei sein zu können, in tiefer Verneigung vor dem Leid und dem Schrecken der Vergangenheit.

Workshop am 3.11.2019, 10:00 – 19:00 Uhr

Leitung: Valeska Riedel
Ort: Johannisstrasse 148, 90419 Nürnberg

Anmeldung bitte telefonisch unter 0911 5430072
oder per e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Teilnahmegebühr:
90,00€ für Teilnehmende laufender Kurse
120,00€ für Teilnehmende einer Supervisionsgruppe
150,00€ für externe Teilnehmer/innen und „Ehemalige“.

Bankverbindung: MIRAMIS Institut, Postbank
IBAN: DE77 7601 0085 0073 7388 50, BIC: PBNKDEFF

Wenn Ihr sicher einen Platz haben möchtet, meldet Euch bitte schnell an –
die Nachfrage ist groß und die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben!
Der Platz ist gesichert mit dem Zahlungseingang.

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